ÜBER MERCATOR 

 

Schon seit jeher wollen wir Menschen die Welt entdecken. Voller Neugier und Wissensdurst wollen wir wissen, was vor unserer Haustür, hinter der nächsten Straßenecke, um unser Dorf oder unsere Stadt herum, auf der anderen Seite des Flusses oder des Berges ist Indem wir die Welt entdecken, entdecken wir früher oder später auch uns selbst. 

 

 

Heute können wir uns das Wissen über die Welt ganz leicht in wenigen Sekunden auf unsere Smartphones holen. Wir können das machen, weil einige wagemutige Vorfahren in ihrer Neugier und ihrem Wissensdurst diese Welt immer weiter entdeckt und damit immer weiter erschlossen haben. Sie machten sich auf zu großen risikoreichen Expeditionen, bei denen sie nie wussten, ob sie jemals wieder nach Hause zurückkehren würden. Sie schrieben Bücher und teilten ihr Wissen mit anderen. Sie tauschten sich in Briefen über neue Erkenntnisse aus und diskutierten sie.

 

 

 

Gerhard Mercator hat mit seiner Weltkarte von 1569 den Weg für die weitere Erschließung der Welt, die weltweite Vernetzung der Menschen und damit die Möglichkeit für weitere Entdeckungen geebnet. Von seiner Leidenschaft, die Welt zu zeigen, damit die Menschen auf ihr navigieren können, profitieren wir noch heute: Wenn wir uns zum Beispiel an einem fremden Ort von unserem Smartphone mit GPS-Navigation zum nächstgelegen Bäcker leiten lassen oder mit dem Flugzeug innerhalb von 24 Stunden ans andere Ende der Welt gelangen. Gerhard Mercator begleitet uns, wenn wir uns in der Welt bewegen, uns orientieren und verorten.

Übrigens: Den Ort, an dem Gerhard Mercator sich „verortet“ hat und wo er sein Wissen über die Welt zusammengetragen hat, können wir heute ganz präzise nach Mercator (UTM – Universal Transverse Mercator) benennen:

 

51° 26‘ 9.1284‘‘ N 6° 45‘ 46.6524‘‘ E

 

Das sind die Koordinaten des Hauses in Duisburg, in dem Gerhard Mercator gelebt und seine Weltkarte entwickelt hat. Eine Duisburger Bürgerinitiative verfolgt mit Leidenschaft das Ziel, das Haus Mercators auf seinen Grundmauern nachzubauen und Mercators Leben und Werk an seinem Wirkungsort und Lebensumfeld wieder sichtbar zu machen. Mehr dazu hier: www.mercator.haus

 

 

Einer von ihnen, der Kartograph und Gelehrte Gerhard Mercator, ist selber nicht viel  gereist. Er hatte auch kein Smartphone, auf dem er sich die Welt anschauen konnte. Denn er lebte vor 500 Jahren. Er „sah“ die Welt durch die Berichte der Entdecker, durch Bücher anderer Gelehrter und schärfte seine Vorstellung von ihr durch einen regen Austausch mit ihnen. In seinem wichtigsten Werk, der Weltkarte von 1569, fasste er sein Wissen um die Welt „zum Nutzen der Seefahrt“ (ad usum navigantium) zusammen. Dieses Werk zeigt die Länder zwar nicht in ihrer richtigen Größe, aber dafür wurde durch eine gerade Linie auf der Karte einem einzigen Kompasskurs in der Wirklichkeit. So wurde eine genaue Navigation erstmals möglich. Diese Darstellung der Welt, die so genannte Mercator-Projektion, war bahnbrechend und ist noch heute gültig: Alle modernen Weltkarten und Navigationsmittel basieren auf ihr. Ohne Mercator gäbe es kein GPS.

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